NORISC (Network Oriented Risk-assessment by In-situ Screening of Contaminated sites) - Ein EU-weites Untersuchungskonzept zur schnelleren und kostengünstigen Revitalisierung von Industriebrachen und Altlasten Im Rahmen des 5. EU-Forschungsrahmenprogramms wurde in dreijähriger Forschung und Entwicklung das innovative und sichere Altlastenuntersuchungskonzept ‚NORISC’ entwickelt.
- Zu den Partnern, welche sich an diesem Projekt beteiligten zählen neben europäischen Universitäten, Instituten und Kommunen auch das Ingenieurbüro clayton Umwelt-Consult GmbH in Ludwigshafen. Als überseeischer Partner war das New Jersey Department of Environmental Protection (EPA) beteiligt.
- Mit Hilfe der erarbeiteten Methodik ermöglicht NORISC in allen EU-Mitgliedsstaaten eine schnellere, genauere und kostengünstigere Erkundung und Altlasten-Bewertung sowie Wertermittlung von Gewerbe- und Industriebrachen und Altablagerungen/Deponien. Dadurch wird das Ziel des Projektes, eine beschleunigte Revitalisierung kontaminierter Flächen zu erreichen, realisiert.

- Das deutsche Sachverständigenbüro clayton Umwelt-Consult GmbH und die beteiligten europäischen Projektpartner hatten bei der Entwicklung dieses Untersuchungskonzepts ein immer drängenderes Problem der Immobilienbranche und Kommunen im Auge:
- Der strukturelle Wandel in den europäischen Ballungszentren hat in den letzten Jahren zu erheblichen Änderungen von gewachsenen Strukturen geführt.
- Europaweit haben Schließungen von ganzen Industriezweigen Brachflächen entstehen lassen. Obwohl sich diese oft durch hervorragende Standortvorteile wie eine gute Infrastrukturanbindung und Arbeitsplatzpotenzial auszeichnen, lassen sie sich kaum vermarkten.
- Der Grund hierfür sind die aus der Kontamination der Medien Boden und Grundwasser resultierenden Kosten. Sie bergen für einen potentiellen Investor unkalkulierbare Risiken.

- Die Folge ist eine Verlagerung der Investitionen in das Umland der Städte zur Erschließung neuer Standorte und damit eine fortschreitende Zersiedelung der Landschaft.
- Neben dem erhöhten Grünflächenverbrauch und der Zerstörung von Ökosystemen bringt diese Entwicklung auch den Verlust von Gewerbe-steuerpotenzial und Arbeitsplätzen mit sich.
- Die Rückführung solcher brachliegenden Areale in den Wirtschaftskreislauf hat somit ökologisch sowie ökonomisch positive Auswirkungen auf die Stadtentwicklung in ihrer Gesamtheit (Stichwort ‚Flächenrecycling’).
- Clayton stellt sich der Herausforderung, die spezifischen Vorteile des urbanen Raumes gegenüber dem Umland zu behaupten. NORISC ist der Weg die Vision zu verwirklichen.
Die Problematik bisheriger Verfahren:Der Kosten- und Zeitfaktor - Der bisherige Verfahrensablauf bei der Untersuchung von Altlastenverdachtsflächen stellt sich als ein äußerst komplexer und zeitintensiver Vorgang dar.
- Diese Problematik wurde auch von der EU erkannt.
- Defizite liegen in den mehrstufigen, langwierigen und dementsprechend mit hohen Kosten verbundenen Untersuchungsabläufen. Es werden Voruntersuchungen durchgeführt, nach deren Ergebnissen werden bestimmte Untersuchungen bei Fachfirmen beauftragt, diese entnehmen Proben, die dann im Labor untersucht werden.

- Aus den gewonnenen Ergebnissen ergibt sich vielfach weiterer Unter-suchungs- und Ent-scheidungsbedarf. Bis Kontaminationen und damit mögliche Umweltrisiken bewertet werden können, vergehen mehrere Monate, in vielen Fällen sogar Jahre.
- In dieser Zeit bleiben wertvolle Investitionsflächen blockiert.
- Der Vergleich zwischen dem zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwand einerseits und den Resultaten andererseits weist eine unbefriedigende Kosten-Nutzen-Bilanz auf.
- Die herkömmlichen Untersuchungsmethoden waren auf Grund ihres hohen Kostenfaktors, der langen Untersuchungsdauer und der nicht flächendeckenden Risikoabschätzung oft nicht weitreichend genug, um potentiellen Investoren ausreichende Sicherheit für ihre Vorhaben zu geben.
Gegenüberstellung der Untersuchungsmethoden  Mögliche Risiken für Investoren? 
- Eine neue Nutzung stillgelegter Industrieareale ist häufig mit Schwierigkeiten verbunden. Interessierte Investoren schrecken vor einem Kauf zurück, da mögliche Boden-, Bodenluft- und Grundwasserverunreinigungen zu hohen Kostenrisiken führen.
- Zwar geht von verunreinigten Böden nur in seltenen Fällen eine unmittelbare Gefahr für den Menschen aus, dennoch ist er über die Nahrungskette am Ende von den Risiken betroffen.
- Dazu kommt, dass diese Risiken schwer einzuschätzen sind. Für Investoren ist jedoch Planungssicherheit bereits im frühen Entwicklungsstadium entscheidend.
- Hinzu kommen weitere, meist unkalkulierbare Investitions-risiken wie zum Beispiel Erschließungen, Umwelt-auflagen und ähnliches, die Hemmnisse für Grundstücks-käufe bedeuten können.
Der Lösungsansatz - NORISC wirkt diesem Problem entgegen und ermöglicht eine flächendeckende und fach-übergreifende Interpretation auf Basis zuverlässiger Daten durch eine möglichst weitgehende Standardisierung im Untersuchungsablauf.
- Die bisher seriell verlaufende Bearbeitung von Altlasten wurde bei NORISC in eine parallele Vorgehensweise umgewandelt, unterschiedliche Fachdisziplinen werden zusammengeführt.
- Ein Schwerpunkt liegt im Bereich der Vor‑Ort-Schadstoffanalytik.
- Somit sind noch vor Ort zuverlässige Analyseergebnisse verfügbar und die weiteren notwendigen Untersuchungsschritte werden effektiver erkannt.
- Zeitliche Verzögerungen und eine lückenhafte Aufnahme des Geländes, welche bei der konventionellen Methode durch das Wechselspiel zwischen Gelände-, Labor- und Gutachtenarbeit entstehen, werden auf diese Weise minimiert.
- Bereits im Zuge der Erkundung kann über ggf. weiteren Untersuchungsbedarf entschieden werden. Ferner wurde eine spezielle Altlasten-Software (DSS) zur raschen Entscheidungsfindung der geeigneten Untersuchungstechniken mit einer Kostenkalkulation für die jeweilige Altlastenfläche entwickelt.
- Über die EDV-gestützte Matrix werden die anfallenden Daten vernetzt und können dann den beteiligten Fachleuten unmittelbar zur weiteren Untersuchungsplanung und Informationsgewinnung zur Verfügung gestellt werden.
- Als Resultat entsteht rasch ein zusammenhängendes Bild der untersuchten Fläche, das die kontaminierten Bereiche exakt ausweist.
- Zukünftig soll sichergestellt werden, dass die Abwicklung der Erkundung in einer Hand liegt und alle notwendigen Untersuchungen vor Ort durchführt werden.
- Clayton zeichnete sich für die Überprüfung dieser Methodik in der Praxis mitverantwortlich und schloss die Untersuchungen auf den vier ausgewählten, bereits herkömmlich erkundeten Testflächen mit großem Erfolg ab. In erheblich kürzerer Zeit war man zu genaueren Ergebnissen gekommen.
- Die effektivere Erfassung des Geländes ermöglichte auf allen Testflächen eine wesentliche Kostenreduzierung.
- Mit Hilfe der NORISC-Fallstudien konnte nachweislich belegt werden, dass bis zu 80% der Untersuchungszeit und bis zu 50% der Gesamtkosten eingespart werden können.
- NORISC soll Leitfaden und Managementsystem für eine effektive Untersuchung und Bewertung von Altstandorten und Altablagerungen sein.
- Es stellt sich als offenes System dar, welches ständig weiterentwickelt wird. NORISC wird zukünftig zu einer standardisierten Vorgehensweise in der Risikoabschätzung und Revitalisierung von Altstandorten beitragen (www.norisc.com).
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